Schlaganfall

rTMS wird zunehmend in der Rehabilitation nach Schlaganfällen erfolgreich eingesetzt

Studien zeigen die Verbesserung von Gleichgewichtsstörungen, visuellem Neglect, Feinmotorik, Paresen und Spastik sowie Sprachstörungen. Auch depressive Folge-Symptome lassen sich gut behandeln. Am besten soll die rTMS helfen, wenn das geschädigte Gewebe sich in den tieferen Hirnbereichen befindet. Nach meinen Erfahrungen hilft die rTMS auch noch Jahre nach einem Schlaganfall (s. Fallbeispiel). Das Gehirn ist plastisch und kann sich bis zu etwa 14 Jahre nach einem Schlaganfall regenerieren.

Ergebnisse aus der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung zeigen, dass der kortikalen Reorganisation nach einem Schlaganfall auf zellulärer Ebene vor allem eine aktivitätsabhängige Neuvernetzung und synaptische Plastizität zugrunde liegen. Die rTMS sützt sich dabei überwiegend auf das Erklärungsmodell der interhemisphärischen Kompetition innerhalb des mototischen Systems. Es werden drei unterschiedliche Ansätze erprobt: die INhibition der nicht betroffenen Hemisphäre; die Fazilitierung der betroffenen Hemisphäre; eine Kombination über beiden Hemisphären.

Eine initiale, intensive ambulante Behandlungsepisode über 2 bis 4 Wochen, mit rTMS Sitzungen täglich in der Praxis, ist optimal.

Die Behandlung ist durchaus sinnvoll in Kombination mit einer Stammzelltherapie, welche in Kooperation mit einer Tagesklinik für Regenerative Medizin durchgeführt werden kann.

Unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung empfiehlt sich die Anwendung des von Dr. Seemann selbst entwickelten Heimgerätes eines Magnetstimulators in Form des Stirnband-Applikators. >>> zum Heimgerät

Der 75-jährige Patient hatte am 01.02.2014 eine Ischämie im Thalamus rechts bei arterio-arteriell embolischer Genese im Rahmen einer Makroangiopathie der extra- und intrakraniellen Gefäße.

An Symptomatik bestand eine sensomotorische Hemiparese links, Gangunsicherheit mit Fallneigung.

Es erfolgte eine neurologische Rehabilitation sowie konsequente Physiotherapie.

Der Patient stellte sich im November 2016 zum ersten Mal in der Praxis bei mir vor. Wir begannen sofort mit rTMS Sitzungen und stimulierten dabei vornehmlich die rechte Hemisphäre temporoparietal.

Schon nach 10 Sitzungen zeigt sich ein deutlich verbessertes Gangbild und eine verbesserte Kraft und Feinmotorik der linken Hand, sowie des linken Beines. Die Hypästhesie links war unverändert.

Magnetstimulation hilft bei Schlaganfall
Magnetstimulation hilft bei Schlaganfall