Neurostimulation in München & Zürich – rTMS Therapie & TPS Behandlung

Depressionen behandeln mit rTMS:
Orientierung bei schweren und chronischen Verläufen

Depression fühlt sich selten nur nach „traurig sein“ an. Häufig ist es eher ein inneres Abschalten: weniger Antrieb, weniger Freude, weniger Kraft,  manchmal begleitet von Grübeln, Schlafproblemen oder dem Gefühl, komplett festzustecken. Diese Seite gibt einen kompakten, gut einzuordnenden Überblick: Welche Depression-Arten gibt es, wie unterscheiden sich schwere und chronische Depressionen, wie sehen Phasen der Heilung realistisch aus und welche Rolle kann rTMS (und ergänzend TPS) in einem Behandlungsplan spielen.

Im Mittelpunkt steht die Magnetstimulation als moderne, nicht-invasive Neurostimulation: rTMS wird in der Praxis seit vielen Jahren eingesetzt und ist international etabliert; in der Praxis von Dr. med. Oliver Seemann kommt rTMS seit 2002 zum Einsatz.
Beratung und Behandlung sind standortbezogen in unseren exklusiven Privatpraxen in Zürich, München und Partner:innen möglich.

Wann ärztliche Hilfe dringend ist

Bei schwere depression können Suizidgedanken, starke Hoffnungslosigkeit, völliger Rückzug oder das Gefühl von „Ich halte es nicht mehr aus“ auftreten. Das ist ein medizinischer Notfall.

Wenn akute Gefahr besteht: Notruf 112 (DE/CH). In der Schweiz außerdem Ambulanz 144.
Wenn Sie sofort mit jemandem sprechen möchten: TelefonSeelsorge (DE) 0800 1110111 / 0800 1110222 / 116 123. In der Schweiz: „Die Dargebotene Hand“ 143 (Telefon/Chat/Mail).

Depression Art – welche Formen es gibt

„Depression“ ist kein einheitlicher Zustand, sondern kann sich in unterschiedlichen Mustern zeigen:  von kurzen Episoden bis zu lang anhaltenden Verläufen. Beispiele sind depressive Episoden, rezidivierende (wiederkehrende) Depressionen oder chronische depressive Störungen (inkl. Dysthymie); auch zyklusassoziierte Formen (z. B. in der Peripartalzeit) werden unterschieden.
Im Alltag begegnet außerdem häufig die saisonale Depression (z. B. „Winterdepression“) oder Verläufe, die sich schleichend verstärken, bis Alltag und Selbstfürsorge kaum noch gelingen.

Depression Art: episodisch, rezidivierend, chronische depression und saisonale Verläufe im Überblick
Die wichtigsten Depressionsformen – kompakt und verständlich.

Chronische Depression – wenn es „nie richtig weg“ ist

Chronische Depression bedeutet häufig: Symptome bleiben über lange Zeit bestehen oder kehren so regelmäßig zurück, dass sich Erholung kaum stabilisiert. Das kann erschöpfen, weil man sich an ein niedriges Funktionsniveau „gewöhnt“, obwohl innerlich alles schwer bleibt. Genau hier ist ein strukturierter Plan wichtig, mit klaren, kleinen Messpunkten (Schlaf, Aktivierung, soziale Stabilisierung, kognitive Belastbarkeit) statt dem Anspruch, „von heute auf morgen wieder ganz normal“ zu sein.

Depression behandeln: Phasen der Heilung – ein realistischer Verlauf

depression phasen der heilung in 5 Schritten: Entlastung, Diagnostik, Aktivierung, Vertiefung, Stabilisierung

Heilung ist selten linear. Trotzdem hilft ein verständlicher Rahmen, um Fortschritt zu erkennen:

  1.   Entlastung & Schutz: Schlaf, Tagesstruktur, Sicherheit, erste Stabilisierung.
  2.   Diagnostik & Einordnung: Auslöser, Muster, körperliche Faktoren, Begleitdiagnosen.
  3.   Aktivierung: behutsam wieder ins Handeln kommen (Bewegung, Kontakte, Aufgaben).
  4.   Vertiefung: Therapiebausteine festigen (Psychotherapie, Skills, Rückfallprophylaxe).
  5.   Stabilisierung: Erreichtes halten ggf. mit Auffrischung/Booster-Strategien. 

Depressionen behandeln – bewährte Bausteine, sinnvoll kombiniert

In der Regel ist die beste Strategie eine Kombination aus mehreren Ebenen: psychotherapeutische Verfahren, ggf. Medikation, Schlaf- und Stressregulation, Bewegung und soziale Stabilisierung. Die NVL „Unipolare Depression“ beschreibt hierfür strukturierte Vorgehensweisen und Stufenkonzepte. 

Viele starten klassisch mit Antidepressiva plus Gesprächstherapie. Gleichzeitig zeigt die klinische Realität: Nicht jede Person spricht gut darauf an oder Nebenwirkungen begrenzen die Möglichkeiten.

Was für eine Alternative gibt es, statt Antidepressiva zu nehmen?

Alternativen hängen von Schweregrad und Verlauf ab. Häufig gehören dazu Psychotherapie, strukturierte Aktivierung/ Bewegung, Schlaftherapie, Lichttherapie (bei saisonalen Verläufen) und, bei bestimmten Konstellationen, neurostimulatorische Verfahren wie rTMS. In schweren Fällen kann auch eine intensivere Behandlung (z. B. stationär) notwendig sein.

rTMS bei Depression

rTMS (repetitive transkranielle Magnetstimulation) ist eine nicht-invasive Methode, die mit gepulsten Magnetfeldern gezielt Aktivität in Hirnregionen beeinflusst, die an Stimmungs- und Emotionsregulation beteiligt sind, insbesondere im präfrontalen Kortex.

depressionen behandeln mit rTMS: Stimulation des DLPFC links und rechts zur Emotions- und Stimmungskontrolle
Schematische Darstellung: Zielareale im präfrontalen Kortex verständlich erklärt.

Evidenz, Zulassung, Leitlinien zu rTMS

  • Für rTMS gibt es zahlreiche Studien und langjährige klinische Erfahrung; die Magnetstimulation wird in der Praxis seit 2002 eingesetzt. 
  • In den USA wurde ein TMS-System 2008 für die Behandlung der Major Depression bei Erwachsenen FDA-cleared, dies bedeutet, bedeutet, dass die Sicherheit und Wirksamkeit des Produkts von der FDA geprüft wurden und der Nutzen des Produkts die bekannten und potenziellen Risiken überwiegt .
  • In Deutschland ist rTMS in der NVL/S3 „Unipolare Depression“ als Option verankert (bereits in der 2015er Kurzfassung; weiterhin in aktuellen Versionen).

Übersicht an ausgewählten Studien zu Depressionen und rTMS

Zielregionen bei einer rTMS Behandlung im Gehirn

  • Linker DLPFC: bei Depression häufig funktionell „unteraktiv“; häufig hochfrequent (z. B. 10 Hz) zur Aktivierung. 
  • Rechter DLPFC: kann bei manchen Profilen stärker mit negativer Emotionsverarbeitung verknüpft sein; dann wird teils niedrigfrequent (z. B. 1 Hz) zur Dämpfung eingesetzt.

Ablauf – was typischerweise bei einer rTMS Behandlung passiert

  • meist 20–30 Sitzungen über 4–6 Wochen
  • 20–40 Minuten pro Sitzung
  • Spule über dem jeweiligen Zielareal; Positionierung z. B. über Standardregeln („5-cm-Regel“) oder neuronavigiert, je nach Setup.

Wie wirkt rTMS?

Als plausible Mechanismen werden u. a. diskutiert:

  • Neuroplastizität (synaptische Anpassung)
  • Modulation von Neurotransmittersystemen (z. B. Dopamin, Serotonin, Noradrenalin)
  • Normalisierung dysregulierter Netzwerke, die an Stimmungskontrolle beteiligt sind.

Wirksamkeit von rTMS – realistisch eingeordnet

Bei therapieresistenten Verläufen zeigen sich in der Praxis und in Studien relevante Verbesserungen; als Größenordnungen werden u. a. 30–50 % klinische Verbesserung und 20–30 % Remission nach einer Serie beschrieben (je nach Ausgangslage und Protokoll).
Langzeiteffekte können über Monate anhalten; bei Bedarf werden Auffrischungs- („Booster“-) Sitzungen diskutiert.

Nebenwirkungen & Sicherheit von rTMS

rTMS gilt insgesamt als gut verträglich. Häufig sind vorübergehende Kopfschmerzen oder lokale Missempfindungen an der Stimulationsstelle; sehr selten können Krampfanfälle auftreten, vor allem bei Risikokonstellationen, weshalb die ärztliche Anamnese und Sicherheitsstandards entscheidend sind.

Für wen kann rTMS besonders interessant sein?

rTMS wird häufig dann erwogen, wenn Medikamente nicht ausreichend helfen oder nicht gut vertragen werden. Es werden Situationen diskutiert, in denen Medikamente möglichst vermieden werden sollen (z. B. Kinder, Schwangere, multimorbide Ältere).
Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass Menschen Antidepressiva unterschiedlich schnell verstoffwechseln können (10 % „langsam“ und 5 % „sehr schnell“), was Nebenwirkungen oder fehlende Wirkung begünstigen kann.

TPS bei Depression – ergänzende Option (Off-Label)

TPS (transkranielle Pulsstimulation) ist eine weitere Neuromodulationstechnik. Sie ist als Verfahren bei Alzheimer-Demenz bekannt; bei Depression wird TPS in der Praxis auch off-label eingesetzt. Das bedeutet: außerhalb der offiziell zugelassenen Indikation, nach ärztlicher Einordnung und Aufklärung.
Für einzelne Konstellationen wird zudem eine Kombination aus rTMS und TPS diskutiert.

Erfahrungsbericht eines Patienten mit Depression zu rTMS

Erfahrungsbericht eines Patienten mit Depression zu rTMS:

Gedanken und Erlebnisse während der Behandlung der Depression
mittels rTMS

Zehn Jahre wurde ich mit Psychotherapie und Antidepressiva behandelt und habe über diese neue Methode über das Internet erfahren. Mit Psychotherapie konnte mein Leiden nicht gelindert werden. Ich saß vor dem Psychologen und suchte schnelle Hilfe und eine Erklärung warum es mir denn auf einmal so schlecht geht. Ich wollte nur aus diesem Zustand heraus.

Der/die Psychologen forschten in meiner Vergangenheit und versuchten mir zu helfen. Der Auslöser wurde schnell gefunden, nur ging es mir dadurch eben auch nicht besser. Alles in mir schrie: Bitte hilf mir, ich halte das nicht mehr aus. Und er wollte reden. Das brachte mir damals zwar sehr kurzfristig Erleichterung die aber nur wenige Stunden anhielt. Im Nachhinein betrachtet wurde mir damals (bewusst oder unbewusst ) ein Knochen hingeworfen und ich habe mich darauf gestürzt und habe gedacht: Ja das ist es, genau, ich muss nur meine Erlebniss(e) verarbeiten und dann geht´s mir endlich wieder besser. Das schaffe ich. Abends ging ich dann zu Bett und machte Pläne: Morgen mache ich dies und das und alle anderen Sachen die liegen geblieben sind.Und am nächsten Morgen war alles wieder wie jeden Tag in der Depression. Furchtbar. Nichts ging mehr. Vielleicht ist es doch ein anderes Erlebnis das auch mitverantwortlich für diesen Zustand ist? Der Psychologe muss das doch wissen. Schließlich ist er Arzt. Der/die Psychologen versuchen weiter meine Erkrankung zu entschlüsseln. Ich stecke die Schlüssel in Schloss – aber sie passen nicht. Ich komme da einfach nicht raus.Was ist es, was mich da so gefangen hält? Ich habe keine Erklärung. Was ist denn auf einmal los? Das bin doch nicht mehr ich. Vorher ging doch auch alles. Warum geht jetzt nichts mehr?
Ich grübelte und grübelte und hatte keine Erklärung. Medikamente wurden eingesetzt, es ging nicht mehr anders.
Auch das bringt keine nennenswerte Verbesserung meines Zustandes. Die Jahre ziehen an mir vorbei und heute frage ich mich wie ich das überlebt habe. Während Klinikaufenthalten gewinne ich den Eindruck das dort das Motto lautet: Wer bei uns nicht gesund wird ist selber Schuld. Aber was kann ich denn dafür. Warum hilft mir denn keiner. Warum versagen Therapie und Medikamente bei mir? Bin ich der einzige Mensch wo das so ist?

Bin ich nicht etwa selber Schuld daran?

Ich lese Bücher über die Erkrankung, informiere mich. Vielleicht gibt oder gab es irgendwo noch andere Fälle die genauso lagen wie meiner? Wie wurden diesen Menschen geholfen? Doch alles was ich finde trifft nur teilweise auf mich zu. Obwohl nur noch Berichte und Zeitungsartikel die etwas über diese Krankheit aussagen den Zugang in mein Gehirn finden, komme ich nicht weiter. Alles andere erreicht mich nicht mehr, ist unwichtig. Die Krankheit beherrscht jede Sekunde meines Lebens. Sie lässt mich nicht los. Ich habe doch niemandem etwas getan, warum muss ich so leiden? Irgendwie schaffe ich es mir einen Internetzugang einzurichten. Ich suche Informationen. Irgendwann stoße ich ein Forum wo sich Menschen mit dieser Krankheit austauschen und sehe das ich nicht der einzige bin der sich mit dieser Krankheit herumquälen muss. Und allen geht´s gleich. Ich bin also doch nicht der einzige Mensch auf dieser Welt dem es so schlecht geht. Ständig probiere ich Medikamente und andere Hilfsmittel aus. Eines davon verhilft mir dazu wieder über den Tellerrand blicken zu können. Ich habe eingeschränkt wieder ein bisschen die Übersicht. Ich kann agieren. Aber warum dauert das Alles so lange? So viele Jahre.

Ich stoße im Internet auf einen Bericht über eine neue Behandlungsmethode die sich rTMS nennt. Manche Berichte finde ich reißerisch und denke: Ist so etwas möglich? Geldmacherei? Studien finden an den Universitäten zwar statt, doch nur im Rahmen stationärer Behandlung. Doch ich bekomme den Hinweis auf Ärzte die dieses Verfahren ambulant in ihrer Praxis einsetzen. Ich erwarte nichts und denke: Entweder es bringt etwas oder nicht. Mache ich es nicht, so mache ich mir vielleicht den Vorwurf es nicht mal versucht zu haben. Die 1. Behandlung mittels rTMS empfinde ich nicht unangenehm.

Es ist so als ob jemand mit einem Fingernagel leicht auf meinen Kopf schnippt, und zwar dort wo die Spule platziert ist. Die Spule wird über meinem Kopf platziert, also berührungsfrei. Das Magnetfeld nehme ich als leichtes, wellenförmiges *etwas* wahr. Während der Behandlung wird die Spule an verschiedenen Stellen, die sich als  günstig erwiesen haben, platziert. 
Nach der Behandlung verlasse ich die Praxis und bin ein bisschen irritiert weil ich mir nicht erklären kann, was da jetzt gemacht wurde. Ich bin skeptisch und erwarte keine sofortige Veränderung weil ja sowieso mind. 10 Behandlungen erfolgen.
Die 2. Behandlung erfolgt um 19.00 Uhr am nächsten Tag. Während der 2. Behandlung ist ebenfalls nichts Negatives oder Positives zu erkennen. Allenfalls eine leichte Entspannung in den Beinen; das kann aber auch Einbildung sein. Ich verlasse die Praxis und habe den Eindruck dass die Luft intensiver riecht. Heute ist erfahrungsgemäß mein schlechterer Tag. Seit Einnahme eines biologischen Präparates (seit einem Jahr) hat sich ein Rhythmus – einen Tag besser, der nächste Tag schlechter, der nächste wieder besser usw. – herausgebildet.

Ich gehe gedankenversunken auf die Straße zum Auto. Das Gedankenkarussell steht jetzt komischerweise. Es ist als ob es regelrecht festgezurrt wurde. An der Stelle wo die Spule angesetzt wurde scheinen zwei Pflöcke zu sein die verhindern dass das Gedankenlaufband sich drehen kann. Das irritiert mich.
Die Nacht nach der 2. Behandlung habe ich gut geschlafen. So gut wie seit sehr langer Zeit nicht mehr. Traumlos – ruhig – einfach geschlafen. Ich glaube ich habe mich nicht mal umgedreht während der Nacht.
Auf dem Weg zum Frühstück gehe ich an der Rezeption vorbei, drehe dann aber nochmal um und wünsche der Frau an der Rezeption einen guten Morgen. Normalerweise hätte ich mich an einen ruhigen Tisch gesetzt und die Welt die Welt sein lassen. Ich überlege warum ich die letzte Nacht so ruhig geschlafen habe. Kann das von der Behandlung kommen? Ich denke nicht mehr darüber nach, es war einfach so. Doch wenn es eine Wirkung der Behandlung gewesen wäre dann hätte sie bis in die Morgenstunden angehalten.

Während der 3. Behandlung spüre ich das mein Körper sich entspannt. Die Muskulatur in den Beinen bzw. Oberschenkeln entspannt sich. Zwar nur leicht, aber wahrnehmbar. Ich empfinde es als angenehm und auch während der Behandlung fühle ich mich ein bisschen erleichtert. Beim Verlassen der Praxis fällt mir wieder auf, daß alles intensiver riecht und es auch wieder heller ist als beim Betreten der Praxis. Gefühlsmäßig. Ich werde jetzt einmal bewußt darauf achten. Ich gehe in eine Apotheke und muss auf dem Weg dahin durch eine Menschenmenge an einer Bushaltestelle. An schlechteren Tagen hätte ich da schon mal die Straßenseite gewechselt. Der Gedanke kommt mir aber nicht mal. Ich laufe mittendurch. Kein Problem.

Ich würde am liebsten nochmal durchlaufen. Ist das jetzt einer der besseren oder der schlechteren Tage? Mein Rhythmus kommt durcheinander. Ich betrete die Apotheke und es ist mir egal wie viele Menschen da drin stehen.
Die Apothekerin fragt und ich antworte. Ich unterhalte mich regelrecht mit Ihr. Wieso geht das jetzt von alleine? Ich brauche nicht überlegen was ich sage, ich tue es einfach.

Gestern Morgen war die 4. Behandlung. Ich freue mich inzwischen richtig auf jede Behandlung. Der Effekt ist deutlich spürbar. Ich möchte mehr davon. Die 5. Behandlung tut mir wieder gut. Nach den Behandlungen bin ich wirklich gelöster und entspannter. Heute war Behandlung Nr. 6 und 7: Die 6. Behandlung war die reinste Wonne. Ich habe regelrecht darin gebadet. Mir sind die Augen zugefallen und ich habe gedacht: „Lieber Arzt, vergiß mich hier drin“. Ich habe noch nichts erlebt was mir innerlich so gut getan hat. Es war absolute Entspannung und ich bin fast vom Stuhl gerutscht. Es war einfach nur Ruhe in mir. Am liebsten würde ich gleich wieder hingehen. Ich bin nicht *High* oder betrunken oder unter Drogen oder in der Art. Durch die Erkrankung wird man Realist. Zwangsläufig. Entweder es ändert sich etwas oder nicht. Ich bin auch nicht in einer anderen Welt. Was mich total irritiert ist die, ich will fast sagen „Natürlichkeit“, was die Wirkung betrifft und vor allem den fast sofortigen Wirkungseintritt nach jeder Behandlung. Das hat mich schon nach der 1. Behandlung regelrecht irritiert. Ich verstehe das nicht. Ich hüpf hier auch nicht und schrei „Juhufallera“ oder schlage Purzelbäume. Ich bin ruhig und halte mich bewußt auf dem Teppich. Keine Euphorie. Das mag ich nicht. Was morgen ist, weiß ich auch nicht. Ich mache das was der Arzt sagt: Warten Sie ab. Ich schreibe das bewußt erst jetzt. Den Placeboeffekt kenne ich nämlich auch sehr gut. Und in diese Falle will ich nicht tappen. Die Ernüchterung ist dann nachher umso schmerzhafter. Und ich will nicht dass jemand glaubt, ich will mich wichtig machen. Das ist mir ganz ganz wichtig. Morgen kann ich auch knallhart in der Depression sein. Wer weiß das. Ich kann mich nur beobachten. Ich möchte mehr von diesen Behandlungen. Morgen nach der Behandlung werde ich entscheiden ob ich die Medikation halbiere. Aber dann muss sichergestellt sein dass ich weiterbehandelt werde. Kein Risiko. Schließlich hänge ich drin wenn es nicht hinhaut. Dann aber satt. Das werde ich morgen mit dem Arzt durchsprechen. Bei einer Studie wäre nach zehn Mal Schluß. Das ist doch ein Witz. Wenn ich zum Zahnarzt gehe und er sagt Ich behandle sie zehn Mal und dann ist Schluß, dann gehe ich doch lieber gleich zu einem anderen.

Ich versuche in den weiteren Behandlungen die Stelle wieder zu finden an dem dieses Wonnengefühl ausgelöst wurde. Den Punkt finde ich blind, aber es ist nicht mehr dieselbe Wonne. Es hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß die Magnetfeldstärke beim Behandeln eines anderen Patienten verändert wurde. Mittlerweile bin ich mir sicher dass Depression nichts anderes als ein Krampf im Gehirn (Stirnbereich) ist. So wie sich ein Muskel verkrampft. Mit den Impulsen wird der Krampf angelockert und mit dem Magnetfeld so lange massiert bis er sich löst. So wie wenn ich einen Muskelkrampf durch Händemassage lockere. Wenn ich zu früh mit der Massage bzw. den Behandlungen aufhöre und den Muskel „Gehirn“ zu früh belaste, verkrampft er sich gleich wieder. Menschen mit Depression sind doch regelrecht verkrampft. Die Gesichtszüge sind doch total verhärtet. Nichts geht mehr. Man hat auch keine Schmerzen wie bei einem Muskelkrampf, weil eben das Schmerzempfinden auch blockiert oder verkrampft ist. Man kann nur noch mit den Augen *Denken*.

Ich kann mit Sicherheit sagen, dass der Krampf sich zu lösen beginnt. Könnte dieser Krampf vielleicht mit einer einzigen Massage gelöst werden wenn Impulsfolge und Magnetfeldstärke ideal auf die Stärke der Verkrampfung eingestellt sind? Das erscheint logisch. Noch besser wäre vielleicht eine zweite Spule die gegenüberliegend den anderen Punkt zeitgleich massiert.
Am besten synchron.

B.G. aus Köln, 2007

Depressionen behandeln mit rTMS nächste Schritte

  1.   Ärztliche Einordnung: Symptomprofil, Verlauf, bisherige Therapien, Sicherheit (z. B. Implantate/Anfallsrisiken). 
  2.   Zieldefinition: z. B. Antrieb, Schlaf, Grübeln, Angstkomponente, kognitive Belastbarkeit.
  3. Therapieplan: rTMS-Protokoll (ggf. Ergänzung), begleitende Therapiebausteine, Verlaufskontrollen.

FAQ Depressionen behandeln mit rTMS

Was für Arten von Depressionen gibt es?

Es gibt verschiedene Formen (u. a. depressive Episode, rezidivierende Depression, chronische depressive Störung/Dysthymie, peripartale und weitere zyklusassoziierte Formen). Welche Depression-Art vorliegt, klärt die Diagnostik.

Als besonders schwer gelten Verläufe mit starker Funktionsbeeinträchtigung, hoher Verzweiflung und/oder Suizidalität. Dann geht es zuerst um Schutz, Stabilisierung und zügige, strukturierte Behandlung.

Nicht alleine „aussitzen“, nicht isolieren, nicht alles auf Willenskraft reduzieren und keine eigenmächtige Medikamentenänderung ohne ärztliche Begleitung. Bei akuter Krise: sofort Hilfe holen (Notruf/Hotlines).

Je nach Situation kommen Psychotherapie, Schlaf-/Stressbehandlung, Aktivierung/Bewegung, Lichttherapie (bei saisonalen Verläufen) und neurostimulatorische Verfahren wie rTMS in Frage. Welche Option passt, hängt vom Schweregrad und Verlauf ab.

Eine familiäre Häufung ist bekannt: Gene können die Anfälligkeit beeinflussen, aber sie bestimmen nicht „automatisch“ den Verlauf. Umweltfaktoren, Stress, Schlaf, körperliche Gesundheit und frühe Behandlung spielen ebenfalls eine große Rolle.

Depressionen behandeln mit rTMS: Kontakt aufnehmen

In unseren Standorten in Zürich, München und Partner:innen beraten wir zu Behandlungskonzepten, einschließlich ergänzender neuromodulatorischer Verfahren wie rTMS oder TPS, sofern medizinisch geeignet. 

Kontaktieren Sie uns gerne über unser Kontaktformular.

Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Therapieentscheidung.

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