Neurostimulation in München & Zürich – rTMS Therapie & TPS Behandlung

MS Therapie: Multiple Sklerose Behandlung mit rTMS – Symptome, Verlauf und nächste Schritte

Multiple Sklerose verändert den Alltag oft schleichend: der Gang wird unsicher, Muskeln wirken steif, die Erschöpfung kommt schneller als früher und dazu entsteht die Frage, wie sich das alles einordnen lässt und welche MS Therapie wirklich Sinn ergibt. Diese Seite erklärt, was Multiple Sklerose ist, welche MS Formen es gibt und wie Ärzt:innen die Diagnose absichern.

Der Schwerpunkt liegt auf rTMS (repetitive transkranielle Magnetstimulation) als moderner, nicht-invasiver Neurostimulationsoption. rTMS kann sich als Ergänzung in ein Gesamtkonzept einfügen – besonders dann, wenn Symptome wie Spastik, Fatigue, Schmerz, Kognition oder Gangstörungen im Vordergrund stehen. Ärztliche Einordnung und strukturierte Planung sind in Praxen der Neuro-Spa Group möglich.

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS), auch Encephalomyelitis disseminata (ED), ist eine chronisch-entzündliche Entmarkungserkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Entzündliche Herde entstehen verstreut in Gehirn und Rückenmark, vermutlich durch körpereigene Abwehrzellen, die Myelinscheiden angreifen. Weil diese Herde überall im ZNS auftreten können, kann MS sehr unterschiedliche neurologische Symptome verursachen. 

Typische, aber nicht spezifische Hinweise sind zum Beispiel Sehstörungen mit verminderter Sehschärfe oder Störungen der Augenbewegung wie eine internukleäre Ophthalmoplegie.

MS Formen: welche Verläufe gibt es?

 

 

Die wichtigsten Ms Formen sind:

  • Schubförmig-remittierende MS (RRMS)
  • Sekundär progrediente MS (SPMS)
  • Primär progrediente MS (PPMS)
  • Klinisch isoliertes Syndrom (CIS) als erstes MS-typisches Ereignis
MS Therapie: Infografik zu MS Formen – RRMS, SPMS, PPMS und CIS im Überblick
Die wichtigsten Verlaufsformen der Multiplen Sklerose – kompakt erklärt.

Diese Einordnung hilft, weil sich die Therapieziele (Schubkontrolle, Progressionsbremse, Symptomfokus) je nach Verlauf unterscheiden.

Wie diagnostiziert man MS?

Ärzt:innen stellen die Diagnose nicht mit „einem“ Test, sondern über ein Gesamtbild. Zentral ist der Nachweis, dass Läsionen im ZNS räumlich und zeitlich verteilt sind und dass es keine „bessere“ Erklärung für die Beschwerden gibt. Das beschreiben u. a. die McDonald-Kriterien.

Typische Bausteine:

  • Neurologische Untersuchung + genaue Verlaufserhebung (z. B. schubartige Beschwerden)
  • MRT von Gehirn und ggf. Rückenmark
  • Liquor (z. B. oligoklonale Banden als Hinweis auf entzündliche Aktivität im ZNS)
  • ggf. evozierte Potenziale und Ausschlussdiagnostik (Blutwerte/Infektionen/Mangelzustände etc.) 
Multiple Sklerose Diagnose: Ablaufgrafik mit neurologischer Untersuchung, MRT, Liquor, evozierten Potenzialen und Ausschlussdiagnostik
So wird MS meist abgeklärt – Schritt für Schritt, orientiert an etablierten Kriterien.

Welche Therapie eignet sich gut bei MS?

Eine gute Multiple Sklerose Therapie verfolgt zwei Ziele gleichzeitig:

  1.     Krankheitsaktivität reduzieren (Schübe/ Entzündung/ Progression)
  2.     Symptome gezielt verbessern (Funktion im Alltag, Lebensqualität)

 

Die Leitlinie ordnet MS-Behandlung typischerweise in Schubtherapie, verlaufsmodifizierende Therapie (DMT) und symptomatische Therapie/Reha.

Schubtherapie

Bei akuten Schüben kommen häufig hochdosierte Glukokortikoide zum Einsatz (je nach ärztlicher Bewertung).

Verlaufsmodifizierende Therapie (DMT)

DMTs zielen darauf ab, Entzündungsaktivität zu senken und neue Läsionen/Schübe zu verringern; Auswahl und Eskalationsstrategie hängen u. a. von Aktivität, MS-Form und individuellen Risiken ab.

Symptomatische Therapie & Rehabilitation

Hier geht es um konkrete Probleme wie Spastik, Fatigue, Schmerz, Gangbild, Sensibilität, Kognition und Stimmung: häufig mit Physio-/Ergotherapie, Training, Hilfsmitteln und je nach Bedarf symptomatischen Medikamenten.

Kann man MS auch ohne Medikamente behandeln?

Bei Symptomen lässt sich oft viel ohne Medikamente erreichen: Training, Physio-/Ergotherapie, Energiemanagement bei Fatigue, Schlaf- und Stressregulation sowie kognitive Rehabilitation können alltagsnah spürbar helfen. 

Für die Verlaufssteuerung (Entzündung/ Schübe/ Läsionen) spielen DMTs jedoch häufig eine zentrale Rolle. Deshalb braucht jede Entscheidung gegen eine verlaufsmodifizierende Therapie eine enge neurologische Begleitung mit Monitoring und klaren Kriterien, wann ein Wechsel notwendig wird.

rTMS bei MS – Neurostimulation als Ergänzung

In unseren Standorten in der Schweiz und Deutschland setzen wir rTMS als ergänzenden Baustein bei MS-bedingten Symptomen ein, nach ärztlicher Einordnung und mit klaren Therapiezielen. Besonders bei Gangstörungen zeigten sich in einzelnen Fällen Verbesserungen; insgesamt deutet dies auf ein noch zu wenig erforschtes Potenzial hin, das weitere Forschung rechtfertigt.

Ziel der rTMS-Behandlung bei MS

rTMS zielt darauf ab, motorische und nicht-motorische Symptome zu verbessern – je nachdem, was im Alltag am stärksten belastet:

  • Motorik: Muskelkraft, Koordination, Gangbild
  • Fatigue (Erschöpfung)
  • Spastizität
  • neuropathische Schmerzen
  • Kognition und emotionale Regulation (Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Stimmung)

Zielregionen – wo rTMS ansetzt

  • Primärer motorischer Kortex (M1): wichtigste Zielregion für Motorik und Spastik; hochfrequente rTMS (z. B. 10–20 Hz) steigert Aktivität und unterstützt Koordination/Muskelkraft.
  • DLPFC: Fokus auf Fatigue, Konzentration, Arbeitsgedächtnis und emotionale Regulation; häufig hochfrequent links.
  • SMA: unterstützt Bewegungsplanung und Koordination, relevant bei Bewegungsstörungen.
  • Sensorischer Kortex: Option bei neuropathischem Schmerz, um Schmerzwahrnehmung zu modulieren.
MS Behandlung mit rTMS: Illustration der Zielregionen M1, DLPFC, SMA und sensorischer Kortex für Spastik, Fatigue, Schmerz und Gangstörung
Schematischer Überblick: Welche Netzwerke je nach Symptomschwerpunkt adressiert werden können.

Stimulationsprotokoll – typischer Rahmen

  • Hochfrequent (10–20 Hz): zielt auf Aktivierungssteigerung (z. B. M1, DLPFC).
  • Niedrigfrequent (1 Hz): dämpft Hyperaktivität in motorischen Netzwerken, häufig bei Spastizität.
  • Behandlungsserie: häufig 20–30 Sitzungen über 4–6 Wochen, Dauer pro Sitzung ca. 20–40 Minuten.
  • Zielgenauigkeit: neuronavigiert oder über standardisierte Positionierung.

Wirkprinzip von rTMS bei MS

rTMS unterstützt Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, neue funktionelle Verbindungen aufzubauen. Das kann helfen, funktionelle Ersatzwege zu stärken und Defizite besser zu kompensieren. Gleichzeitig kann rTMS überaktive Netzwerke dämpfen (z. B. bei Spastik) und schmerzverarbeitende Kreisläufe modulieren.

Ergebnisse und Studienlage

Die Studienübersicht im Altmaterial nennt u. a. Arbeiten zu Fatigue (inkl. deep TMS), Spastik, Gang und Arbeitsgedächtnis/Netzwerkaktivität.
Genannt werden beispielsweise:

Nebenwirkungen & Sicherheit von rTMS bei Multipler Sklerose

rTMS ist bei MS im Allgemeinen gut verträglich. Am häufigsten treten Kopfschmerzen oder Kopfhautreizungen auf; bei Stimulation des motorischen Kortex kann es zu leichtem, harmlosen Muskelzucken kommen. Krampfanfälle bleiben sehr selten, besonders wenn Ärzt:innen Risiken sorgfältig prüfen und Sicherheitsprotokolle konsequent einhalten.

Kombination mit anderen Therapien

rTMS ergänzt häufig andere Bausteine, wenn diese allein nicht ausreichend helfen:

  • als Ergänzung zur medikamentösen Therapie, wenn Symptome schwer kontrollierbar bleiben
  • zusammen mit Physio-/Ergotherapie, um motorische Verbesserungen direkt in Training und Alltag zu übertragen 
  • plus kognitive Rehabilitation, wenn Aufmerksamkeit/Arbeitsgedächtnis belastet sind

Nächste Schritte in den Privatpraxen der Neuro-Spa Group

  1. Einordnung: MS-Form, Symptomschwerpunkte (z. B. Spastik/Fatigue/Gang/Schmerz), aktueller Therapierahmen, Sicherheitscheck. 
  2. Plan: klassische MS-Behandlung + Reha; Prüfung, ob rTMS als Ergänzung passt (Zielregion/Protokoll nach Symptomziel).
  3. Verlauf: alltagsnahe Messpunkte (Gang, Ermüdung, Spastik, Schmerz, Kognition) und Anpassung der Strategie.

FAQ – häufige Fragen zu rTMS/ TMS

Ist Multiple Sklerose heilbar?

Multiple Sklerose ist nach aktuellem Stand nicht heilbar. Ziel der MS Therapie ist es, die Krankheitsaktivität zu kontrollieren, Schübe zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung möglichst zu verlangsamen. Gleichzeitig spielt die Behandlung von Symptomen eine zentrale Rolle, um die Lebensqualität im Alltag zu verbessern.

Die Multiple Sklerose Therapie besteht in der Regel aus mehreren Bausteinen:

  • Schubtherapie zur Behandlung akuter Entzündungsphasen
  • Verlaufsmodifizierende Therapie (DMT) zur Reduktion von Krankheitsaktivität
  • Symptomatische Behandlung bei Beschwerden wie Spastik, Fatigue oder Schmerzen

Je nach MS-Form, Aktivität der Erkrankung und individuellen Faktoren wird die Therapie individuell angepasst.

Es gibt verschiedene MS Formen, darunter:

  • schubförmig-remittierende MS (RRMS)
  • sekundär progrediente MS (SPMS)
  • primär progrediente MS (PPMS)

Die jeweilige Verlaufsform hat großen Einfluss auf die Therapieentscheidung. Während bei schubförmigen Verläufen die Kontrolle von Entzündungsaktivität im Vordergrund steht, liegt bei progredienten Formen häufig der Fokus stärker auf Symptommanagement und Erhalt von Funktionen.

Die MS Behandlung kann gezielt auf einzelne Symptome ausgerichtet werden, zum Beispiel:

  • Spastik und Muskelsteifheit
  • Fatigue (Erschöpfung)
  • Gangstörungen und Koordinationsprobleme
  • Schmerzen
  • kognitive Einschränkungen

Je nach Symptom kommen unterschiedliche Ansätze zum Einsatz, darunter Medikamente, Rehabilitation oder ergänzende Verfahren wie Neurostimulation.

rTMS (repetitive transkranielle Magnetstimulation) ist eine nicht-invasive Neurostimulationsmethode, die als ergänzender Baustein eingesetzt werden kann. Sie wird vor allem dann in Betracht gezogen, wenn Symptome wie Spastik, Fatigue, Schmerzen oder Gangstörungen im Vordergrund stehen.

rTMS ersetzt keine klassische MS-Therapie, kann aber helfen, funktionelle Ver

Einige Symptome lassen sich auch ohne Medikamente positiv beeinflussen, zum Beispiel durch:

  • Physiotherapie und Ergotherapie
  • gezieltes Training
  • Energiemanagement bei Fatigue
  • Schlaf- und Stressregulation

Für die Kontrolle der Krankheitsaktivität spielen verlaufsmodifizierende Therapien jedoch häufig eine wichtige Rolle. Entscheidungen sollten immer gemeinsam mit Ärzt:innen getroffen werden.

Die Lebenserwartung bei Multipler Sklerose ist heute oft nur geringfügig reduziert, insbesondere bei früher Diagnose und moderner Therapie. Viele Menschen mit MS können über lange Zeit ein aktives Leben führen, auch wenn die Erkrankung individuell sehr unterschiedlich verläuft.

Ergänzende Verfahren wie rTMS können sinnvoll sein, wenn:

  • Symptome trotz bestehender Therapie weiterhin stark belasten
  • funktionelle Einschränkungen im Alltag bestehen
  • zusätzliche Unterstützung für Motorik, Fatigue oder Schmerz gewünscht ist

Die Entscheidung erfolgt immer individuell und sollte ärztlich eingeordnet werden.

Eine moderne MS Therapie verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig:

  • Krankheitsaktivität kontrollieren
  • Fortschreiten verlangsamen
  • Symptome gezielt behandeln
  • Selbstständigkeit und Lebensqualität erhalten

Dabei wird die Behandlung zunehmend individuell angepasst und kombiniert, um sowohl medizinische als auch alltagsrelevante Aspekte abzudecken.

MS behandeln mit rTMS: Kontakt aufnehmen

In unseren Standorten in Zürich, München und Partner:innen beraten wir zu Behandlungskonzepten, einschließlich ergänzender neuromodulatorischer Verfahren wie rTMS oder TPS, sofern medizinisch geeignet. 

Kontaktieren Sie uns gerne über unser Kontaktformular.

Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Therapieentscheidung.

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