Was ist TPS?
Transkranielle Pulsstimulation einfach erklärt
Die Transkranielle Pulsstimulation (TPS) ist ein innovatives, nicht-invasives Neurostimulationsverfahren zur Behandlung der Alzheimer-Erkrankung und wird gezielt eingesetzt, um bestehende Therapieansätze sinnvoll zu ergänzen. Seit 2018 in Europa zugelassen, hat sich TPS zudem als vielversprechende Ergänzung in der Therapie von leichter bis mittelschwerer Demenz etabliert, da sie neue Impulse innerhalb moderner Behandlungskonzepte setzt.

Inhalt
• Alzheimer-Demenz: Eine Herausforderung unserer Zeit
• Formen der Demenz: Alzheimer und darüber hinaus
• Was bedeutet TPS?
• Wie funktioniert die TPS?
• Biologische Wirkung: Was passiert im Gehirn?
• Ablauf der TPS-Behandlung
• Klinische Studien und Wirkung
• Nebenwirkungen und Kontraindikationen
• Werden die Kosten übernommen?
• Hat TPS Einfluss auf Stammzellen?
• FAQ zur TPS
Alzheimer-Demenz: Eine Herausforderung unserer Zeit
Weltweilt sind millionen von Menschen von Demenz betroffen. Deren häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit, weshalb sie eine große medizinische und gesellschaftliche Herausforderung darstellt. Typische Symptome sind dabei Gedächtnisverlust, Sprachstörungen und Desorientierung, die sich im Krankheitsverlauf zunehmend verstärken. Gleichzeitig kommt es im Gehirn von Betroffenen zu einem fortschreitenden Abbau von Nervenzellen sowie zu einer gestörten Kommunikation zwischen den neuronalen Netzwerken, sodass kognitive Prozesse immer weniger reibungslos ablaufen. Die Folge ist ein zunehmender Verlust kognitiver und alltagspraktischer Fähigkeiten. Genau hier setzt TPS an, da sie gezielt darauf abzielt, die noch vorhandenen Funktionen zu stabilisieren und gleichzeitig neue neuronale Verbindungen zu fördern.
Formen der Demenz: Alzheimer und darüber hinaus
Neben der Alzheimer-Demenz, bei der TPS primär zum Einsatz kommt, existieren zudem weitere Demenzformen, darunter vaskuläre Demenz, Lewy-Body-Demenz und frontotemporale Demenz, die sich jeweils in Ursache, Symptomatik und Verlauf deutlich unterscheiden. Aktuell ist TPS zwar vor allem für Alzheimer-Patient:innen zugelassen, jedoch untersucht die Forschung zunehmend auch mögliche Einsatzmöglichkeiten bei anderen Demenzarten, um das therapeutische Potenzial dieses Verfahrens weiter auszubauen.
Was bedeutet TPS?
Oft stellen sich Patient:innen die Fragen: „Was sind TPS?“ oder „Was ist die Bedeutung von TPS?“. Die Abkürzung TPS steht dabei für Transkranielle Pulsstimulation und beschreibt ein modernes neurostimulatorisches Verfahren. Konkret werden kurze mechanische Impulse, sogenannte Stoßwellen, gezielt durch den Schädel hindurch in das Gehirn gesendet. Dadurch sollen bestimmte Gehirnareale aktiviert werden, sodass sich die neuronale Aktivität gezielt anregen lässt. Ziel ist es folglich, die kognitive Leistungsfähigkeit zu unterstützen und bestehende Funktionen möglichst zu verbessern.
Wie funktioniert die TPS?
Bei der TPS werden fokussierte Stoßwellen genutzt, die mit Hilfe des Geräts Neurolith® elektromagnetisch erzeugt und präzise gesteuert werden. Anders als bei Ultraschall handelt es sich um einzelne Pulse mit hoher Druckamplitude. Diese wirken mechanisch auf das Gehirngewebe und können die sogenannte Neuroplastizität anregen – also die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu vernetzen.
Technische Details:
- Frequenz: 4-5 Hz (alle 200-250 ms ein Impuls)
- Eindringtiefe: bis zu 8 cm
- Energie: 0.2 mJ/mm² (gewebeverträglich)
- Zielareale: u. a. Precuneus, Frontallappen, Temporallappen, Parietallappen
Ein integriertes Kamerasystem erlaubt die Navigation in Echtzeit anhand individueller MRT-Daten.

Biologische Wirkung: Was passiert im Gehirn?
Dabei aktivieren die Stoßwellen sogenannte mechanosensitive Ionenkanäle. Dadurch werden Prozesse angestoßen, die zu einer Erhöhung wichtiger Botenstoffe und Wachstumsfaktoren führen:
- Serotonin & Dopamin steigen
- GABA sinkt (dämpfender Neurotransmitter)
- BDNF, VEGF & GDNF steigen – entscheidend für Neuroregeneration und Gefäßneubildung
Diese Prozesse unterstützen die Gehirndurchblutung, die Bildung neuer Nervenzellen (Neurogenese) sowie die Verbindung bestehender Neuronen (Synaptogenese).
TPS Erklärvideo
Ablauf der TPS-Behandlung
Vor Beginn der Therapie findet zunächst ein ausführliches ärztliches Aufklärungsgespräch statt, in dessen Rahmen die individuelle Eignung sorgfältig geprüft wird und zugleich alle offenen Fragen rund um die Behandlung geklärt werden. Auf Wunsch lassen sich zudem aktuelle MRT-Bilder einbinden, um die Zielareale besonders präzise zu bestimmen und die Therapie optimal vorzubereiten.
Am Behandlungstag nimmt die Patientin oder der Patient anschließend in einem bequemen Behandlungsstuhl Platz, während das medizinische Fachpersonal den sogenannten Transducer, also den Behandlungsaufsatz, gezielt auf dem Kopf positioniert. Dabei sorgen eine spezielle Software sowie ein Infrarot-Tracking-System dafür, dass die Stoßwellen exakt die vorgesehenen Hirnareale erreichen. Während der Anwendung, die vollständig schmerzfrei verläuft, kann man entspannt sitzen, wobei manche Patient:innen Musik hören oder die Augen schließen.
Eine Standardbehandlung umfasst insgesamt 6 Sitzungen, die sich auf einen Zeitraum von 2 Wochen verteilen, wobei jede Sitzung rund 40 Minuten dauert. Zeigt sich ein gutes Ansprechen auf die Therapie, empfehlen sich anschließend regelmäßige Erhaltungs-Sitzungen im Abstand von etwa 4 Wochen. Darüber hinaus können sowohl Auffrischungen als auch Kombinationen mit anderen Verfahren wie rTMS sinnvoll sein, um den Therapieerfolg langfristig zu unterstützen.
Klinische Studien zur TPS und Wirkung

Mehrere Studien zeigen signifikante Verbesserungen der kognitiven Fähigkeiten schon nach wenigen Sitzungen. Auch eine antidepressive Wirkung wurde beobachtet. Besonders interessant: Die TPS scheint auch neuronale Stammzellen zu aktivieren und langfristige Veränderungen der Hirnnetzwerke zu fördern.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen von TPS
Insgesamt gilt TPS als sehr gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend (z. B. lokale Reizungen). Nicht angewendet werden darf TPS bei:
- Gerinnungsstörungen
- Kortisontherapie (letzte 6 Wochen)
- Implantaten im Kopfbereich (z. B. Cochlea)
- Hirntumoren oder schweren Gefäßerkrankungen
Werden die Kosten von TPS übernommen?
Die TPS ist aktuell nicht Teil der Grundversicherung, weshalb die Kosten in der Regel nicht automatisch übernommen werden. Allerdings beteiligen sich manche Zusatzversicherungen anteilig an den Behandlungskosten, sodass sich in jedem Fall eine individuelle Abklärung mit der jeweiligen Versicherung lohnt.
Hat TPS Einfluss auf Stammzellen?
Forschung zeigt, dass TPS in Zellkulturen und in-vivo das Wachstum und die Differenzierung neuronaler Stammzellen fördern kann. Diese Wirkung basiert auf Mechanotransduktion – ein Prozess, bei dem mechanische Reize biologische Signale auslösen.
FAQ zur TPS
Ja, es liegen bereits zahlreiche Erfahrungsberichte von Patientinnen und Patienten vor, die von Verbesserungen der kognitiven Leistungsfähigkeit berichten – teils schon nach wenigen Sitzungen. Auch Angehörige bemerken häufig eine gesteigerte Alltagskompetenz. Die individuelle Wirkung kann jedoch variieren.
Die Behandlung gilt als sicher und nebenwirkungsarm, sofern Kontraindikationen beachtet werden.
Studien zeigen erste Verbesserungen der kognitiven Leistungsfähigkeit bereits nach 6 Sitzungen.
TPS steht für Transkranielle Pulsstimulation und ist eine Neurostimulation mit Stoßwellen zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen.
Ja, durch die Aktivierung von Botenstoffen und Wachstumsfaktoren wird die Plastizität im Gehirn angeregt.
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Hinweis: Die TPS befindet sich noch in der wissenschaftlichen Erprobung. Die Anwendung sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.