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Neurostimulation in Zürich & Partnerpraxen – rTMS Therapie & TPS Behandlung

Für wen kommt rTMS infrage?

Einsatzgebiete, Begleiterkrankungen und Kontraindikationen

Die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist ein nicht-invasives Verfahren der Neurostimulation. Sie ermöglicht es, die Aktivität bestimmter neuronaler Netzwerke mithilfe wiederholter magnetischer Impulse gezielt zu beeinflussen.

Doch für wen ist eine solche Behandlung geeignet? Kann rTMS bei jeder psychiatrischen Erkrankung eingesetzt werden? Und welche Faktoren können dagegen sprechen?

Kurz zusammengefasst

  • Am besten etabliert ist rTMS bei depressiven Erkrankungen
  • Auch bei Zwangsstörungen gibt es etablierte Anwendungen, bei Angststörungen ist die Evidenz uneinheitlicher
  • Ferromagnetisches Material in unmittelbarer Nähe der Spule gilt als absolute Kontraindikation

Für wen kommt rTMS infrage? Einsatzgebiete, Grenzen & Kontraindikationen – Dr. med. Oliver Seemann erklärt.

Bei welchen Erkrankungen wird rTMS eingesetzt?

Die wissenschaftliche Evidenz für rTMS unterscheidet sich erheblich zwischen verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen. Besonders gut etabliert ist sie bei depressiven Erkrankungen.

Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression empfiehlt, Patientinnen und Patienten mit therapieresistenten depressiven Episoden eine rTMS als Behandlungsoption anzubieten. Auch nach Nichtansprechen auf eine medikamentöse Monotherapie kann rTMS im Rahmen einer Augmentationsstrategie erwogen werden. Eine Übersicht aller Anwendungsbereiche finden Sie unter Therapiegebiete.

Was bedeutet therapieresistente Depression?

Von einer therapieresistenten Depression wird gesprochen, wenn eine depressive Erkrankung trotz angemessen durchgeführter Behandlungsversuche nicht ausreichend anspricht.

Therapieresistenz bedeutet nicht, dass keine weiteren Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Neben Anpassungen der medikamentösen Behandlung und Psychotherapie können neurostimulatorische Verfahren eine weitere Option darstellen. Welche Strategie sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab.

Kann rTMS auch bei Zwangsstörungen eingesetzt werden?

Auch bei Zwangsstörungen wird transkranielle Magnetstimulation eingesetzt. In den USA sind bestimmte TMS-Systeme ausdrücklich zur ergänzenden Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit Zwangsstörung zugelassen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes rTMS-Gerät, jedes Stimulationsprotokoll oder jede Anwendung automatisch für Zwangsstörungen geeignet ist. Indikationsstellung und Auswahl des Protokolls sollten deshalb durch ein spezialisiertes Zentrum erfolgen. Mehr dazu unter Zwangsstörung.

Was ist mit Angststörungen?

Zur Anwendung von rTMS bei Angststörungen liegen mittlerweile wissenschaftliche Untersuchungen vor. Meta-Analysen zeigen Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit bei generalisierter Angststörung.

Gleichzeitig unterscheiden sich die Studien hinsichtlich Stimulationsprotokoll, Behandlungsdauer und Patientengruppen erheblich. Die Evidenz ist daher nicht in gleicher Weise etabliert wie bei depressiven Erkrankungen. Eine individuelle fachärztliche Einordnung ist deshalb besonders wichtig. Siehe auch Angststörung behandeln.

Welche Rolle spielen Begleiterkrankungen?

Psychiatrische Erkrankungen treten häufig nicht isoliert auf. Eine Depression kann mit Angstsymptomen, Schlafstörungen, Zwangssymptomen oder weiteren Beschwerden verbunden sein. Fachleute sprechen dann von Komorbiditäten.

Bei der Planung einer rTMS-Behandlung sollte deshalb nicht nur eine einzelne Diagnose betrachtet werden. Relevant sind die gesamte Symptomatik, bisherige Therapien, Begleiterkrankungen und individuelle Behandlungsziele.

Studien zeigen, dass sich bei depressiven Patientinnen und Patienten unter bestimmten rTMS-Verfahren auch begleitende Angstsymptome verbessern können. Das lässt sich jedoch nicht pauschal auf jede Komorbidität oder jede Person übertragen.

Ist rTMS für jeden geeignet?

Nein. Obwohl die repetitive transkranielle Magnetstimulation insgesamt als sehr gut verträglich gilt, muss vor jeder Behandlung eine individuelle Sicherheitsprüfung erfolgen.

Von besonderer Bedeutung sind metallische oder elektronische Implantate im Bereich des Kopfes beziehungsweise in unmittelbarer Nähe der Magnetspule. Auch bestimmte neurologische Erkrankungen, eine Vorgeschichte mit Krampfanfällen, Hirnläsionen und weitere medizinische Faktoren können für die Risikoabwägung relevant sein.

Internationale Sicherheitsempfehlungen bezeichnen ferromagnetisches Material in unmittelbarer Nähe der Spule als absolute Kontraindikation. Bei anderen Faktoren ist eine individuelle Bewertung erforderlich. Ein Hirntumor ist deshalb nicht pauschal „die einzige Kontraindikation“ einer rTMS.

Kann rTMS zusammen mit Medikamenten durchgeführt werden?

Das hängt von der Erkrankung, dem bisherigen Behandlungsverlauf und dem gewählten Therapieansatz ab.

rTMS kann in bestimmten Situationen ergänzend zu einer bestehenden Behandlung eingesetzt werden. Die deutsche Depressionsleitlinie nennt beispielsweise die Möglichkeit einer Augmentation einer medikamentösen Behandlung mit rTMS.

Ob Medikamente während einer rTMS-Behandlung fortgeführt oder verändert werden, sollte immer individuell mit der behandelnden Fachärztin oder dem behandelnden Facharzt besprochen werden.

Wann ist eine fachärztliche Beratung sinnvoll?

Eine Abklärung kann insbesondere dann interessant sein, wenn eine depressive Erkrankung trotz bisheriger Behandlungsversuche nicht ausreichend gebessert werden konnte oder wenn geprüft werden soll, ob ein neurostimulatorisches Verfahren Bestandteil eines individuellen Behandlungskonzeptes sein kann.

Entscheidend ist dabei nicht allein die Diagnose. Die bisherige Krankengeschichte, vorausgegangene Therapien, Begleiterkrankungen, Medikamente, mögliche Risikofaktoren und die persönlichen Behandlungsziele müssen gemeinsam berücksichtigt werden.

Dr. med. Oliver Seemann ist Facharzt für Psychiatrie und auf Neurostimulation spezialisiert. Behandelt wird am Standort Zürich, dazu kommen die Partnerpraxen der Neuro-Spa Group.

Häufige Fragen

Ist rTMS nur bei Depressionen möglich?
Nein. TMS wird auch bei anderen psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt beziehungsweise untersucht. Evidenz, Zulassungsstatus und Protokolle unterscheiden sich jedoch erheblich zwischen den Diagnosen.

Kann rTMS bei Depression und Angst gleichzeitig helfen?
Bei depressiven Erkrankungen mit begleitenden Angstsymptomen gibt es Hinweise darauf, dass sich auch Angstsymptome verbessern können. Das ist individuell unterschiedlich und nicht garantiert.

Ist rTMS bei Zwangsstörungen möglich?
Ja, für bestimmte Verfahren und Protokolle gibt es Evidenz und internationale Zulassungen. Die individuelle Eignung muss fachärztlich beurteilt werden.

Ist ein Gehirntumor die einzige Kontraindikation?
Nein. Vor einer rTMS müssen unter anderem Implantate, metallische Materialien, neurologische Erkrankungen und weitere Risikofaktoren berücksichtigt werden.

Kann rTMS ohne Medikamente durchgeführt werden?
Das hängt von Diagnose, bisheriger Behandlung und individuellem Therapieplan ab.

Ist rTMS nebenwirkungsfrei?
Nein. Das Verfahren gilt in der Regel als sehr gut verträglich, ist aber nicht frei von möglichen Nebenwirkungen, etwa vorübergehenden Kopfschmerzen oder lokalen Missempfindungen.

Medizinischer Hinweis: Die Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Therapieempfehlung.

Unsicher, ob rTMS für Sie geeignet ist?

Wenn Sie überlegen, ob rTMS für Sie infrage kommt, klären wir das gern in einem persönlichen ärztlichen Abklärungsgespräch – transparent, individuell und ohne Druck. Erstgespräch anfragen.

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